Archiv für März 2009

vier wände in Münster: Eine Zwischenvirulenz

Vier Wände feierten im Januar 2009 die Eröffnung der ersten Ausstellung in Münster. Ich möchte einige Worte über den aktuellen Stand der Organisation verlieren:
Niemand wusste ja eigentlich, wie sich die vier wände in Münster entwickeln würden. Uneinig über die Antwort auf die Frage, ob Kunst eigentlich Zuschauer und Bewunderer braucht, stürzten wir mit der Idee in die Öffentlichkeit und verbreiteten die Rede von einer Galerie, die keiner anderen Galerie in Münster gleiche. Besonders in Bezug auf einen Punkt: Besucher haben immer und kostenlos Eintritt. Natürlich ist auch der Ort ein besonderer, ironischerweise aufgrund seiner Alltäglichkeit.

Und tatsächlich klingelte es hin und wieder völlig unerwartet, doch insgesamt eher selten. Nur ein einziges Mal wurde die Untermieterin während der Nacht von Galeriebesuchern überrascht. Sie hieß die Gäste willkommen und wies ihnen den Weg in den bebilderten Flur. Im Verlauf der zweiten Ausstellung kamen häufiger Freunde vorbei, um die Photographien von Ferdinand Hauser zu begutachten. Waren die Eröffnungen stets volle Erfolge, so enttäuschte uns der ausbleibende Ansturm auf wahre Kunst im Wohnraum.

Uns kamen viele Ideen, wie wir den Ausstellungsraum als hybriden Raum („öffentlich-privat“) darstellen und ins Bewusstsein von Kunstinteressierten rücken könnten; uns beschäftigte auch die Frage, wie man Hemmungen und Zurückhaltung überwinden könnte. Wären mehr Werbung und größere Veranstaltungen die Lösung? Letztendlich versprachen wir uns, geduldig und unaufdringlich zu bleiben. So wird die nächste Ausstellung erneut den Charakter eines unvergesslichen Ausflugs in privaten Raum haben. Und wer weiß, vielleicht müssen sich unsere Besucher erst an diese fremden Personen gewöhnen.
Ganz langsam.

Alles nur Fassaden.

Paris près de la Seine: Eloisia Weber

How much of the urban image do you own and how are you putting this to work?
--- The coalition for the universal ownership of the urban image ---

Frühlingserwachen

In Münster ist Ruhe eingekehrt. Viele sind ausgeflogen, um ihre Lebensläufe mit Praktika zu füllen oder die Finanzierung des nächsten Semesters zu sichern, andere ziehen trotz der noch kühlen Temperaturen mit ihren Rucksäcken durch die Lande. Währenddessen erwacht die Stadt langsam aber sich aus ihrem Winterschlaf. Noch scheint sie jedoch ihre Kräfte zu sammeln, um sich pünktlich zur Ankunft der Heimkehrer von ihrer schönsten Seite zu zeigen.

Uns geht es zur Zeit ähnlich. Franzis Bilder zieren noch eine Woche lang die Wände der WG in der Bernhardstraße 5, dann kehrt beim vier wände-Projekt zumindest in puncto aktueller Ausstellungsaktivität für den Rest der Semesterferien Ruhe ein. Hinter den Kulissen rumort es allerdings gehörig. Auch wir bündeln unsere Kräfte, um Euch im April mit einer neuen Ausstellung einen dem Frühlingsbeginn gebührenden Empfang bereiten zu können. So viel sei schon verraten: Euch erwartet eine ganze Flut neuer Eindrücke, denn neben den faszinierenden Bildern eines sehr talentierten Fotografen fiebern ein paar großartige Musiker und die neue Ausstellungsräumlichkeit samt bezaubernder Gastgeberin darauf hin, Euch aller Sinne zu berauben.

Ja, wir können den Frühling wirklich kaum erwarten.